Broken Lines_ Jutta Burkhardt . Rose Stach . Adidal Abou-Chamat__8.Dezember 2017 bis 21. Januar 2018

Die Ausstellung mit dem Titel „Broken Lines“ thematisiert Konstruktionen und gleichzeitig deren Brüche in Bezug auf ethnische, geschlechtliche und kulturelle Identitäten. Untersucht werden Zugehörigkeiten, Ab- und Ausgrenzungen, wie auch xenophobische Projektionen auf das fremde Andere, die damit verbundenen Hegemonialstrukturen, sowie deren Auswirkungen auf die betroffenen Subjekte.

Adidal Abou-Chamat, Dreaming of....., Videostil, 2014

Adidal Abou-Chamat, Dreaming of....., Videostil, 2014

Rose Stach, Bombenteppich, 2015, Orientteppich, Schablonentechnik, Übermalung, Foto Felix Weinold

Rose Stach, Bombenteppich, 2015, Orientteppich, Schablonentechnik, Übermalung, Foto Felix Weinold

Rose Stach hinterfragt in ihren skulpturalen Interventionen, Video- und Fotoarbeiten, sowie in ihren Performances durch Prozesse der Umkehrung, der Aufdeckung und Rekontextualisierung von Alltagsbereichen/ Objekten räumliche und persönliche Bezüge, Systeme sozialer Interaktionen wie auch Auswirkungen und Mechanismen politischer, struktureller Gewalt und Krieg. Zur Hervorhebung der Konflikte, die diese Dinge in unserer Realität auslösen, verwendet sie unterschiedliche künstlerische Mittel. Sie bringt zum Ausdruck, dass die Bedeutung dieser Objekte veränderlich ist und somit auf die drängenden Fragen der heutigen Zeit hinweisen.


Ein Schwerpunkt in Jutta Burkhardts Arbeiten ist das Thema Identität, die Frage nach deren Autonomie, gibt es ein kohärentes Ich, welche Rolle spielen Genderzuschreibungen und andere normative Strukturen. Sie untersucht mit Hilfe ironischer Überzeichnung und Verschiebung Klischees sowie den sogenannten weiblichen Narzissmus, die Hysterie und die Rolle des Blickes in einer noch männlich dominierten Gesellschaft. Ein neuer Schwerpunkt in ihren Arbeiten mit  Tuschezeichnungen/ Installationen und plastischen Objekten bezieht sich auf die Vielschichtigkeit hinter dem eindimensionalen homogenen Narrativ, die tägliche Erfahrung der sich überlagernden und durchdringenden Ebenen der Wirklichkeit. Die Suche nach Ritzen, Spalten, Abgründen, nach wilden Auswüchsen in der Welt der Normative und Konventionen.


Adidal Abou-Chamat setzt sich ebenfalls kritisch mit Mitteln der ironischen Verschiebung und gezielter Subversion mit den Schnittstellen von Genderthemen und ethnischen, kulturellen Differenzen auseinander. Wie konstruieren sich Identitäten, wie stabil sind sie, welche Rollen spielen Zuschreibungen, Körperlichkeit , der Blick des/ der Anderen, Erinnerungen, Projektionen und die subversive Funktion des Unbewußten im Zusammenhang sexistischer und rassistischer Realitäten. Zunehmend treten politisch-kulturelle Themen im postkolonialen Zusammenhang deutlicher hervor, Auswirkungen von Krieg und Gewalt , sowie die Projektionen der westlichen Gesellschaften auf den Islam als fremdes Anderes.