Depotführung - Blick in die Schatzkammer

Das Galeriedepot führt die klassischen Museumsaufgaben wie Sammeln und Bewahren an einem Ort zusammen und erzielt damit neue Synergien. In der speziellen Führung werden die (kunst-) historischen Exponate gezeigt, geschichtliche Hintergründe geliefert und Anekdoten erzählt. Nur im Rahmen dieser Führungen ist der Öffentlichkeit der Zugang zum Depot möglich.

Die Städtische Galerie Rosenheim konnte im Jahr 2013 ihr 100jähriges Bestehen feiern und damit ein Jahrhundert Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit.

Dem Lehrer und leidenschaftlichen Kunstsammler Max Bram (1855 - 1935) verdankt Rosenheim zahlreiche Bilder und Grafiken, die den ersten Grundstock der Städtischen Gemäldesammlung bildeten. Mit seiner Stiftung im Jahr 1904 übereignete Bram der Stadt Rosenheim über 100 Werke, überwiegend zuzurechnen der „Münchner Schule“. Im Jahr 1913 eröffnete schließlich die erste städtische Gemäldegalerie ihre Pforten.

Über 20 Jahre später, 1935 bis 1937, erfolgte schließlich der Bau des heutigen Galeriegebäudes nach den Plänen des Münchner Architekten German Bestelmeyer im neoklassizistischen Stil. Bis 1935 hatte der beharrliche Kunstsammler Bram seiner Stiftung 408 Ölgemälde und -studien, Aquarelle, Handzeichnungen und Druckgrafik zugeführt. 1937 wurde das „Kulturzentrum" mit den damals üblichen Zeremonien - der nationalsozialistischen Machthaber - feierlich eröffnet.

Neben der Präsentation von Werkschauen bedeutender Vertreter der Moderne widmet sich die Städtische Galerie seit der Nachkriegszeit insbesondere den Künstlern, die der Kunstregion Rosenheim ihr unvergleichliches Gesicht gegeben haben – gestern wie heute. Darüber hinaus präsentiert das Haus kultur- und kunstgeschichtliche Zusammenhänge und dokumentiert so auch das Künstlerleben im 19. und 20. Jahrhundert mit auserlesenen Inszenierungen, unter anderem auch in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Städtischen Museum.

Zwischen den Jahren 2001 und 2010 erfolgte eine umfangreiche Sanierung der Depoträume im Untergeschoss der Galerie. Neben der Trocken- und Tieferlegung des Kellers sowie der Schaffung einer angemessenen, konservatorisch langfristigen unbedenklichen Lagerung der städtischen Kunstsammlung wurde eine generelle funktionale Neuordnung des Kellergeschosses geplant und umgesetzt.

So können seit der Sanierung regelmäßig Depotführungen und kunstpädagogische Angebote durchgeführt werden. Zudem wird im Eingangsbereich – jeweils abgestimmt auf die aktuelle Ausstellung – ein Kunstwerk aus dem „galeriedepot“ präsentiert. Ankäufe, Schenkungsanfragen und Erbschaften haben den Bestand der Sammlung auf nunmehr über 5.000 Werke erhöht.
 

Blick in das Depot der Städtischen Galerie, Zugregalanlage, Foto (c) Martin Weiand

Blick in das Depot der Städtischen Galerie, Zugregalanlage, Foto (c) Martin Weiand

Blick in das Depot, Restaurierung eines Bilderrahmens, Foto (c) Martin Weiand

Blick in das Depot, Restaurierung eines Bilderrahmens, Foto (c) Martin Weiand