Kunst trotzt Armut - Blick in die Ausstellung

Eine kleine Wanderung durch die Ausstellungsräume der Ausstellung "Kunst trotz(t) Armut".

Dem Kunst- und Kulturbetrieb heutiger Zeit haftet häufig etwas Elitäres an. In Zeiten knapper Kassen und leerer öffentlicher Haushalte wird Kulturförderung und Kunst gerne und schnell gegen Soziales ausgespielt.

Das ist schade, denn bei genauerem Hinsehen kann man feststellen, dass viele Künstler und Kulturschaffende immer wieder ihre Aufmerksamkeit benachteiligten Gruppen in unserer Gesellschaft widmen und auf eindrückliche Art und Weise mit und durch ihre Kunstwerke auf gesellschaftliche Missstände und soziale Probleme aufmerksam machen.

Man denke nur an die ausdrucksstarken Arbeiten der Künstlerin Käthe Kollwitz oder den Zeichner Heinrich Zille, die mit ihrer Kunst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts schonungslos auf soziales Elend und gesellschaftliche Ungerechtigkeit der damaligen Zeit aufmerksam gemacht haben und somit an das soziale Gewissen ihrer Zeitgenossen appellierten.

Auch in heutiger Zeit gibt es zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die sich in ihren Arbeiten und Aktionen mit Themen wie Armut, Ausgrenzung und Diskriminierung von Randgruppen auseinandersetzen.

Die Evangelische Obdachlosenhilfe in Deutschland hat beschlossen, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit neue Wege zu beschreiten und mich beauftragt, eine Kunstausstellung zum Thema Obdachlosigkeit zu kuratieren.

In unserer Ausstellung präsentieren wir über 100 Exponate von 28 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise den Themenfeldern Armut, Obdachlosigkeit und soziale Ausgrenzung genähert haben.

Die Wanderausstellung ist im Oktober 2007 in Berlin eröffnet worden und wurde bereits in 24 Städten gezeigt – unter anderem in Frankfurt, Hannover, Köln, Bremen, Speyer, Leipzig, Passau, Bern und zuletzt in Recklinghausen in Zusammenhang mit der europäischen Kulturhauptstadt, der Kultur Ruhr 2010. Im Juni und Juli letzten Jahres wurde die Ausstellung im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung erneut in Berlin gezeigt, in der Vertretung der Europäischen Kommission im Herzen unserer Hauptstadt, direkt am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor.

Ab heute macht „Kunst trotzt Armut“ sechs Wochen lang Station in Rosenheim hier in den Räumlichkeiten der Städtischen Galerie. Rosenheim ist der 25. Ausstellungsort unserer Wanderausstellung –  ein wirklich wichtiges Jubiläum des Ausstellungsprojektes.

Das Besondere an unserem Kunstprojekt ist, dass neben renommierten Künstlerpersönlichkeiten auch Obdachlose mit ihren Arbeiten in unserer Ausstellung vertreten sind.

Die Begegnungen und der Austausch mit diesen ganz unterschiedlichen Menschen und Persönlichkeiten waren für mich eine wertvolle Erfahrung und die Auseinandersetzung mit ihrer Kunst eine große Bereicherung – ich hoffe, dass es Ihnen am heutigen Tag  und vielen Ausstellungsbesuchern, die in den nächsten Tagen und Wochen hier her kommen werden, ähnlich ergehen wird.

Das Motto „Kunst trotzt Armut“ stammt übrigens nicht von einer Werbeagentur sondern wurde von Betroffenen kreiert – den Besuchern des Kulturzentrums „Gitschiner 15“ in Berlin Kreuzberg, die auch mit Kunstwerken vertreten sind.

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und Akteure.

Rede Andreas Pitz, Kurator und Projektleiter, 27. Januar 2011, Städtische Galerie Rosenheim

 

Saal 1

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Saal 2

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Saal 9

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