Karin Hazelwander, "Warpl4", 2007

Hochschule - Campus

Im Jahr 1997 bei der österreichischen Künstlerin Karin Hazelwander in Auftrag gegeben, steht das Objekt seit 1998 auf der Rückseite des R-Baues der Hochschule Rosenheim. Es besteht aus 81 dreikantigen Aluminiumsäulen auf einem Dreiecksgrundriss, gruppiert in drei 27er-Gruppen, ebenfalls in einer Dreiecksanordnung. Bei diesem Arrangement spricht man von einem fraktal aufgelösten Dreieck. Jede Säule ist 243 Zentimeter lang. Jede der drei Zetimeter breiten Kanten ist mit einzelnen, unterschiedlich großen Pixelquadraten bemalt.

Motiv

Aus ihrer Summe ergibt sich auf jeder Seite ein Bild, welches in einem Abstand von mindestens fünf Metern zu erkennen ist. Die drei Motive sind ein Männerkopf mittleren Alters, ein zur Seite geneigter Frauenkopf im Stil eines 60er-Jahre-Pin-up-Girls sowie eine Kugel mit einer Formel. Nur diese zeigt sich dem Vorbeilaufenden auf dem schmalen Pflasterweg zum nächsten Gebäude von der Ansichtsseite. Das kopfstehende Delta heißt ‚nabla' und findet sich in der Formel ‚nabla' x B = 0 aus der Vektoranalysis, die in der Elektrodynamik ihre Hauptverwendung findet.

Dies wäre ein möglicher Bezug zum Gebäude und zur Studienrichtung der Elektrotechnik. Die anderen beiden Darstellungen weisen keinen erkennbaren Zusammenhang auf. Das Frauenmotiv, irritiert von einem davor gepflanzten Baum, ist dem Hinterausgang des Gebäudes nicht frontal zugewandt. Der Männerkopf auf der dritten Seite zeigt in Richtung des erst nachträglich angelegten Schotterplatzes und dem dazugehörigen Weg – jedoch ebenfalls nicht frontal.
Daher ergibt sich die Frage, ob die Skulptur sinnvoll platziert ist und über ihren optischen Effekt hinaus dem Areal einen Mehrwert verschafft. Ihr desolater Zustand mit witterungsbedingten Lackabsplitterungen sowie fehlenden und aus der Verankerung gehakten Stäben spricht dagegen. Eine Aufstellung im Innenraum mit ein paar ergänzenden Hinweisen wäre der Erhaltung als auch der Akzeptanz des knapp 50 000 Euro teuren Objekts sicher förderlicher.

Künstlerin

Karin Hazelwander wurde 1953 in Österreich geboren. Sie studierte an der Accademia di Belle Arti in Mailand und beschäftigte sich anschließend mit Tanztheater und Screendesign.