Klaus Goth, "Rhythmische Folge von Zeichen", 2008

Hochschule - Campus

Das Kunstwerk aus fünf großen Doppelobjekten erstreckt sich über etwa 100 Meter entlang des jüngsten Neubaus der Hochschule. Die Arbeit wurde im Rahmen eines Ideenwettbewerbes 2006 für die Realisierung ausgewählt. Vorausgegangen war die Ausschreibung für „Kunst am Bau“ im Rahmen der baulichen Erweiterung der Hochschule für die Fachbereiche Holztechnik und Betriebswirtschaft.

Materialität

Mit seinem Entwurf reagierte der Augsburger Künstler Klaus Goth auf die Architektur des Neubaus. Die äußere Form des Gebäudes sollte mit den Objekten eine Einheit bilden. Die Materialauswahl war bedingt durch die Vorgaben der Auslobung, die verbindlich festgelegt hatte, dass die Kunstobjekte aus Holz gefertigt werden sollten. Goth, der häufig Stein und Bronze, Stein und Stahl oder Corten- Stahl und Edelstahl kombiniert, wählte für das Rosenheimer Werk eine Verbindung von Schichtholz mit Corten-Stahl, das ist die Handelsbezeichnung für wetterfesten Baustahl. Die Abfolge der knapp neun Meter hohen Skulpturenstrahlt eine gewisse Ruhe und Gleichmäßigkeit aus. Es sind fünf vierkantige Objektpaare aus einem Stahlsockel und einem Aufbau aus „Kerto- Schichtholz“, also Furnierschichtholz aus wetterfest mit Phenolharz verleimten Nadelholz-Schälfurnieren. Die Material-Proportionen der einzelnen Objekte verändern sich von Station zu Station. So verfügt das linke Objektpaar über einen hohen Holzanteil, der sich in der Abfolge der Skulpturen immer mehr verringert.

Symbolik

Im Entwurf erkennt man die logische Veränderung entlang einer fiktiven Diagonale vom linken obersten Punkt der ersten Stele auf den rechten untersten Punkt der letzten Stele. Sowohl diese gegenläufige Entwicklung als auch die rhythmische Verbindung der Objektpaare untereinander erscheinen im zeichnerischen Entwurf als eine gut nachvollziehbare ästhetische Idee. In der Realität setzt sie  einen großen Mindestabstand zum Betrachter voraus. Tatsächlich erschließen sich die Zusammenhänge im ausgeführten Werk nicht. In der Enge der kleinen Straße ergibt sich lediglich der Eindruck einzelner schräger Materialkolosse, denen zudem die Verwitterung sichtlich zusetzt. Gilt rostender Stahl in seinen leuchtenden Rotbrauntönen als allgemein akzeptierte künstlerische Oberfläche, so wirkt das regenfleckige Schichtholz im Außenbereich vorwiegend ungepflegt und spricht damit wenigerfür den Werkstoff Holz, der für die Hochschule insgesamt eine so wesentliche Rolle spielt.

Künstler

Der Künstler Klaus Goth ist 1954 in Oberkirch/ Ortenaukreis geboren. Er besuchte die Fachhochschule für Gestaltung bei Professor Georg Bernhard und wurde 1978 Grafiker im Stadtplanungsamt der Stadt Augsburg. Ab 1979 wurde Goth als freiberuflicher Künstler tätig und schuff forallem Werke im Rahmen von Kunst am Bau.

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