Rudl Endriß, "Mit leichter Hand" + "Auf den Kopf stellen", 2005
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Rudl Endriß, "Mit leichter Hand" + "Auf den Kopf stellen", 2005, Rote Stahlfiguren
Wie zahlreiche figürliche Arbeiten von Rudl Endriß sind es aus Stahlblech ausgeschnittene Silhouetten. Sie scheinen die Lebensfreude des Künstlers auszustrahlen, der seit seiner Jugend das Ballett und die harmonisch fließenden, kraftvollen Bewegungen der Tänzer liebt. Die rote Farbe „RAL 3000“ ist als das leuchtendste Rot bekannt und auch bei schlechten Wetterverhältnissen von weitem deutlich erkennbar.
Treffpunkt
Diese Objekte, die im hektischen Alltag als beliebter Treffpunkt sowohl von Studenten als auch von Professoren genutzt werden, vermögen die Kraft, Harmonie und das nötige Durchhaltevermögen ihrer in Stein und Stahl festgehaltenen Seelen an ihre Besucher jeden Tag weiterzugeben. Die dazugehörigen vandalensicheren Steinbänke laden im Sommer zum Verweilen ein und geben Studenten wie Professoren Raum, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen. An der Front und den Rückseiten der Kalksteinstelen findet man die in den Stein gravierten und ebenfalls in Rot gefassten Inschriften wie „Auf den Kopf stellen“, „Mit leichter Hand“ und auch „Die Seele baumeln lassen“.
Der knappe, aber ausdrucksstarke Text nimmt Bezug auf das Leben der Hochschulangehörigen. Er ermahnt sie, sich auch einmal einige Zeit Ruhe zu gönnen, um den Dingen auf den Grund zu gehen, sie gedanklich zu hinterfragen und auf den Kopf zu stellen. Nicht selten entstehen auf diesen Bänken auch neue Entwurfsideen der Innenarchitekturstudenten, welche dort sitzend „mit leichter Hand“ Ideen skizzieren oder einfach ihre „Seele baumeln lassen“.
Künstler
Rudl Endriß wurde 1943 in München geboren. 1963 bis 1974 Studium der Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule München und Studium der Naturwissenschaften und Kunst an der Universität München. Seit Mitte der 60-er Jahre freie künstlerische Arbeit, außerdem 1970 bis 1987 Lehrer an der Staatlichen Fachlehrerausbildung in München-Ramersdorf, 1986-1992 Vorsitzender des Wasserburger Kunstvereins „AK 68“, 1986 bis 1995 Ausstellungsgestaltung für das Haus der Bayerischen Geschichte, 1987 bis 2006 Akademischer Direktor im Fachbereich Innenarchitektur an der Hochschule Rosenheim, 1993 Schlaganfall, ab 1994 weiterhin künstlerisch tätig mit zahlreichen Ausstellungen und Arbeiten im öffentlichen Raum.