Visuelle Kommunikation aus Westafrika: Werbemalerei hat in Ghana eine lange Tradition. Bis heute prägen große Werbeschilder für lokale Shops und Dienstleistungen das Straßenbild der Städte – inzwischen zumeist gedruckt und nicht mehr gemalt. Eine besondere Rolle nehmen handgemalte Filmplakate ein, mit denen Kinobetreiber und Filmverleiher in Ghana seit den 1980er Jahren bis in die 2010er Jahre für ihre Vorführungen regionaler Filmproduktionen und internationaler Blockbuster warben.
In einer oft drastischen Bildsprache ließen die Plakatmaler in ihren Werken regionale Mythen, Vorstellungen von Magie und christliche Dogmen mit der Werbesprache aus Hollywood, Bollywood oder auch Hongkong verschmelzen. Zentrale Filminhalte wie der Kampf Gut gegen Böse und moralische Konflikte wurden dabei in den Plakaten oft übersteigert visualisiert – „big promises“ und die Kunst der Übertreibung als wesentliche Strategien der Werbung.
Eine Reduktion der Plakate auf schrille Bilder, Horror und Exotismus greift jedoch bei Weitem zu kurz. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie präsentiert die Plakate ausgehend von ihrem spezifischen Entstehungskontext als kunstvolle Kommunikationsform und einzigartiges Kulturgut; Ausdruck einer lokal verankerten Populärkultur und zugleich Produkt einer globalisierten Welt. Weit über 100 handgemalte Filmplakate aus einer privaten Rosenheimer Sammlung werden gezeigt.

