Florian Lechner

27. März bis 9. Mai 2010 Florian Lechner HEU

Der Werkstoff Glas hat seit den 1960er Jahren viele Künstler in seinen Bann gezogen. Ausgehend vor allem von den Vereinigten Staaten, der Tschechoslowakei und den skandinavischen Ländern verbreitete sich das Interesse an den Möglichkeiten, die dieses Material bietet, bald über die traditionellen Glaszentren hinaus bis nach Japan und Australien.

Unter den Künstlern, die sich in Deutschland dem Glas zuwandten, nimmt Florian Lechner von Anfang an eine Sonderstellung ein. Um seine Vorstellungen umzusetzen, entwickelte er ein Verfahren, bei dem er Tafelgläser bis zum Erweichungspunkt erhitzte und plastisch verformte. Er verwendet dafür Schamotteformen, deren Relief sich die weich gewordenen Gläser anpassen, so dass eine lebendig bewegte Oberfläche entsteht. Dieses Verfahren erlaubt Lechner nicht nur, in großen Formaten zu arbeiten, sondern entspricht seinem Interesse an Grenzsituationen. Es bezieht sich hier auf das Unentschiedensein zwischen dem Festen und dem Flüssigen, in dem er eine in seiner Natur als unterkühlte Schmelze begründete grundlegende Eigenschaft des Glases erkannte.

Für Lechners Umgang mit dem Glas ist solches Erproben von Grenzsituationen zentral. Sein Ausgangspunkt ist die Grenze zwischen Innenraum und Außenraum, die von einer gläsernen Scheibe oder Wandlung eindeutig bestimmt und durch die stellenweise Transparenz des Materials zugleich negiert wird. Glas als eine Zone des Übergangs eher denn als eine klar gezogene Linie charakterisiert Lechners Arbeiten, mag es sich um Architektur oder freie Plastik – beide Bereiche sind nicht immer auseinanderzuhalten – oder um große Schalen handeln, die ihrerseits als Objekte in das Gebiet der freien Plastik hineinragen.

Und was HEU mit Glas zu tun hat, erfährt der Besucher dann in der Ausstellung

Glasinsel, 1969

Glasinsel, 1969

Prisma, 2009 (in Form geschmolzen)

Prisma, 2009 (in Form geschmolzen)

Zeitzeuge, 1945 – 2009

Zeitzeuge, 1945 – 2009