Heinz Kaufmann, Umbrische Landschaft

Ein wunderbar erdig samtenes Braun nimmt den Betrachter gefangen und lässt ihn an den weichen Farbton, der als ungebrannte Umbra bekannt ist, denken. Unwillkürlich laufen Assoziationsketten zwischen Umbrien, der italienischen Provinz im Herzen des Stiefels, dem Land der Umbrer, und der Farbe Umbra ab, die so genannt wurde, da sie dem Maler zum Abdunkeln diente (lat. umbra, Schatten).

Mit seiner „Umbrischen Landschaft“ führt uns Heinz Kaufmann in zwei zentrale Bereiche seines Schaffens, die Landschaftsmalerei und die Begeisterung für den Süden.

Auf zahlreichen Reisen hat der Rosenheimer Künstler, der im Juli 2012 seinen
80. Geburtstag feiert, das Typische von Landschaften und Orten in Skizzen und Zeichnungen festgehalten. Schon früh entwickelte er ein feines Gespür für die Schönheit, aber auch die Gefährdung und Zerstörung unserer Umwelt.

Legendär sind die beiden Ausstellungen „Zerstörung eines Stadtbildes“ (1975) und „Requiem für eine Landschaft“ (1980), in denen der gelernte Holzbildhauer und Schreiner sich künstlerisch mit dem Abriss des Gillitzerblockes und der Bebauung der Flötzingerwiese in Rosenheim sowie mit der neuen Trasse der B 15 auseinandersetzte.

Schon 1953 hatte Heinz Kaufmann auf einer Busreise nach Italien Aufnahme in den Künstlerkreis der „Gruppe 51“ um Leo von Welden, Karl Prokop und Hans Waiblinger gefunden. Genauso prägend wie die Teilnahme an den Malreisen und Ausstellungen des Freundeskreises waren einige Jahre später die Begegnung und der künstlerische Austausch mit Heinrich Heidner in Gstadt am Chiemsee.

Ausgehend von der Zeichnung, dem Aquarell und dem Ölbild wandte sich Heinz Kaufmann ab 1974 immer mehr der Radierung und der Aquatinta zu. Höchst dienlich ist ihm dabei die Druckerpresse, die er von Leo von Welden nach dessen Tod übernommen hat.

In der Radierung mit ihren feinen Linien, ihren Gegensätzen aus hell und dunkel, findet Heinz Kaufmann die geeignete Technik auf seinem Weg zur Reduzierung des Gegenständlichen, zur Verknappung der Bildsprache. Der Mensch erscheint nur mittelbar, durch sein Wirken gestaltet und prägt er die Landschaft, baut er Häuser und Städte.

Text von Dr. Evelyn Frick

Städtische Galerie Rosenheim, Depot. Inventarnummer 3170; Mischtechnik auf Papier; Signatur „HK“ links unten; Höhe 56 cm, Breite 75 cm; 1993 erworben.

Literatur: Heinz Kaufmann, Druckgrafik 1974-2001, Städtisches Museum Rosenheim 2002. Evelyn Frick: „Komm ein bisschen mit nach Italien“ – Leo von Welden und die Gruppe 51. Texte zur Ausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim 2010.

aus dem Bilderbestand, Heinz Kaufmann

aus dem Bilderbestand, Heinz Kaufmann